Ludwigstraße 29, ehemaliges Tanzlokal
Ludwigstraße 29, ehemaliges Tanzlokal "Zum Lieben Augustin"
Haus Ludwigstr. 27 (Bildmitte), Blick vom Bahnhof
Haus Ludwigstr. 27 (Bildmitte), Blick vom Bahnhof

Rettet den Lieben Augustin

Nein zum Abriss denkmalgeschützter Häuser

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Ein Baudenkmal wird zerstört
Aktueller Stand:
Januar 2012:  Wir dokumentieren den Abriss und Neubau der Gebäude mit einer Fotogalerie.
In Bezug auf den Neubau herrscht zur Zeit Funkstille. Die Ruinen stehen weiter als Mahnmal dort, notdürftig gegen Wind und Wetter gesichtert.
Nach zwei Monaten erhielten wir nun endlich das Protokoll und den offiziellen Bescheid zu den eingereichten Petitionen (unter "Bürger aktiv / Petitonen" abrufbar)
01.12.2011: Die Lindauer Zeitung veröffentlichte einen angeblichen Entwurf für den Neubau. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine Fassaden-Skizze des Frankfurter Büros CH. Mäckler. Nachdem der Hotelbesitzer auf einem Abriss der Gebäude bestand, beendete Mäckler die Zusammenarbeit. Ob Stolze überhaupt autorisiert ist, die Entwürfe des Architekten zu verwenden, entzieht sich unserer Kenntnis, wir können uns aber kaum vorstellen, dass Prof. Mäckler mit einer potemkinschen Fassade in Verbindung gebracht werden möchte. Stadtrat und Oberbürgermeisterin beglückwünschen sich gegenseitig zu der "hohen architektonischen Qualität" und OB Seidl möchte nun ausgerechnet das Landesdenkmalamt, dessen ablehnendes Votum sie kurz zuvor ignoriert hatte, an der Neubauplanung beteiligen. Immerhin gab ein Stadtrat aus der Fraktion der Freien Wähler auch zu bedenken, dass es zukünftig "nicht leichter" werde, in Lindau Denkmalschutz zu betreiben (siehe Artikel in der Lokalpresse).
Nov. 2011. Der Wahnsinn hat Methode: Kaum waren die Gebäude in der Ludwigstraße dem Erdboden gleichgemacht, folgte der nächste Streich: der "Aeschacher Hof", das einzige noch verbliebene Alt-Aeschacher Gebäude am "Aeschacher Markt" wurde in einer Nacht-und Nebelaktion abgerissen, ohne dass die Öffentlichkeit vorab darüber informiert wurde. Erst nachdem die LZ einen Leserbrief (siehe Link) zu diesem skandalösen Vorgang veröffentlichte, sah sich die Stadtverwaltung genötigt, eine Stellungnahme (s. Link) abzugeben. Angeblich konnte der Abriss nicht verhindert werden, da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stand. Uns ist nicht bekannt, dass irgendwelche Anstrengungen unternommen wurden, das zu veranlassen. Wie im Fall des Lb. Augustin hat die Stadt den Abriss zugelassen, ohne dass eine Neubauplanung vorliegt. Man gab sich damit zufrieden, dass der Bauherr "irgendetwas in Terrassenform" plant. P.S.: Der Bauherr ist der allseits bekannte Prof. Dr. Mang, der Lindau bereits mit "architektonisch wertvollen" Gebäuden auf der Hinteren Insel beglückt hat. Der Herr Professor gefällt sich darüberhinaus als Immoblilieninvestor. Nachdem er schon zahlreiche Gebäude auf der Insel aufgekauft und mit den Insignien seiner Stiftung geschmückt hat, weitet er nun seine Aktivitäten aufs Festland aus. Dem Vernehmen nach gehört ihm nicht nur der Aeschacher Hof, sondern auch die gegenüberliegenden Gebäude (Sparkasse und "Kampa-Bau"), beide von ausgesuchter Scheußlichkeit. Letzteres wurde anstelle des alten Aeschacher Rathauses (siehe Abbildung) errichtet, das in den 60er Jahren der Betonmafia zum Opfer fiel. Offenbar ist sich Lindau in dieser Frage treu geblieben. (Siehe auch Beitrag in der Rubrik "Abgerissene Gebäude".)
24.11.2011:
"Das Mahnmal steht" (Zitat aus einem Leserbrief). Nachdem die Petition beim Bayer. Landtag gescheitert ist, ist der Abriss nun in vollem Gange. Die historische Fassade auf der Seeseite ist bereits abgetragen, ebenso die charakteristische Dachkonstruktion der beiden Gebäude an der Ludwigstraße. Der Hotelier scheute offenbar keine Kosten, um unumkehrbare Fakten zu schaffen. Da es keine Neubauplanung und damit auch keine Baugenehmigung gibt, musste er die Ruine vorläufig mit einem Notdach absichern. Die Tatsache, dass die Stadt Lindau den Abriss zugelassen hat, ohne dass klar ist, was dort entstehen soll, wurde vom Petitionsausschuss in scharfer Form kritisiert, ebenso wie das gesamte Verhalten der Stadt Lindau als Unterer Denkmalbehörde. Obwohl sich Stolze und die Lindauer Oberbürgermeisterin unter Einsatz fragwürdiger Methoden und unter Ausnutzung bestehender Gesetzeslücken durchgesetzt haben, war der Erfolg vor dem Petitionsausschuss nur ein Sieg zweiter Klasse. Lesen Sie dazu den Bericht in der Lindauer Zeitung.
***
11.11.2011: Klaus Burger, der Sprecher der Bürgerinitiative zur Rettung des Lieben Augustin hat ein Schreiben an die Oberbürgermeisterin verfasst, in dem er sie aufforderte, den Abriss mindestens so lange auszusetzen, bis der Petitionsausschuss in der Sache beschlossen hat. Dieses Schreiben wurde ignoriert. Wir halten die Abrisserlaubnis für nicht gesetzteskonform und verurteilen die dubiose Art und Weise, wie das eindeutige Votum des Bayer. Landesamtes für Denkmalschutz ausgehebelt wurde.
Rückblick:
  • Nach TV Allgäu war das Bayer. Fernsehen zum zweiten Mal vor Ort und hat einen Beitrag gedreht, der am 27.10.2011 im Rahmen der Sendung "Capriccio" ausgestrahlt wurde. Dieser (sehr gut gemachte) Beitrag zeigt in komprimierter Form, worum es in dieser Auseinandersetzung geht. Auf YouTube ist der Beitrag unter diesem Link zu sehen. In der BR-Mediathek gibt es eine Beschreibung zu der Sendung (auch auf dieser Webseite unter Berichte und Meinungen / Fernsehen). 
  • Erfreulicherweise erfahren wir immer mehr Unterstützung von anderen Initiativen und Einzelpersonen, die Kenntnis erhalten haben vom geplanten Abriss. Jüngstes Beispiel ist der Jurahausverein in Eichstätt.
  • Als Reaktion auf die von der Stadt Lindau in Vertretung der Bezirksregierung von Schwaben erteilte Abrisserlaubnis richteten mehr als 220 Lindauer Bürger und der renommierte Denkmalexperte Dr. Martin Petitionen an den Bayerischen Landtag  (siehe Presseberichte).  Inzwischen hat der Hotelier begonnen, die Inneneinrichtung der ehemaligen Gaststätte auszubauen (siehe Pressebericht). Einem Bericht der LZ zufolge hatte er sogar schon einen Kran für den Abriss bestellt, obwohl er noch gar keine Abrisserlaubnis hatte (die auch nicht erteilt werden kann, solange nicht klar ist, was anstelle der Altbauten errichtet werden soll und darf). Er bekam dann aber wohl kalte Füße, und beeilte sich, gegenüber der LZ zu versichern, er wolle "keinen unnötigen Wirbel verursachen". 
  • Nachdem das Bayer. Landesamt für Denkmalschutz den Abriss untersagt hatte, wählte der Hotelier zur Durchsetzung seiner Ziele die politische Einflussnahme über zwei Landtagsabgeordnete und das zuständige Staatsministerium auf die Fachaufsichtsbehörde, die Regierung von Schwaben. Dies geschah bei einem Besprechungstermin im November 2010 bei der Regierung von Schwaben im Beisein der Lindauer Oberbürgermeisterin, des Hoteliers Dr. Stolze mit seinem Anwalt und den beiden Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Goppel (CSU) und Prof. Barfuß (FDP). Bemerkenswerterweise ist Dr. Goppel auch Mitglied des Petitionsausschusses und hatte sich bereits zuvor in einem Fernsehinterview als Befürworter des Abrisses zu erkennen gegeben.
  • In Lindau herrscht Wahlkampf. Die Stelle des/der Oberbürgermeister-s/-in steht zur Disposition. Auch die gegenwärtige Amtsinhaberin, Petra Seidl tritt an, dieses Mal auf der Liste der Freien Bürger. Auf einer Wahlveranstaltung der FB bezeichnete die Kandidatin den Abriss des Lieben Augustin als "Erfolg ihrer Wirtschaftpolitik". Ebenfalls anwesend: Dr. Robert Stolze,  der Eigentümer der beiden Gebäude. Wir denken, dies bedarf keines Kommentars (lesen Sie hierzu den Bericht in der LZ).
  • Nicht nur die Bürgerinitiative hält den bevorstehenden Abriss für rechtswidrig: Nach Dr. Martin hat nun auch der bayerische Generalkonservator, Prof. Dr. Greipl unmissverständlich gegen den Abrissbescheid Stellung bezogen (siehe Pressebericht und Briefwechsel unter Fakten/ Experten/ Planer). Ironischerweise sind dies ausgerechnet die Autoren, auf die sich der Abrissbescheid beruft. Prof. Greipl bemängelt, dass der Abrissbescheid nicht begründet wurde und legt Wert auf die Feststellung, dass die ablehnende Haltung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalschutz ungeachtet des Abrissbescheides weiterhin Gültigkeit hat. 
  • Schließlich möchten wir noch auf ein Schreiben des Architektenbüros Prof. Mäckler in Frankfurt verweisen. Dieses renommierte Büro war von den Hotelbetreibern mit der Planung des Neubaus beauftragt worden.  Prof. Mäckler sprach sich jedoch gegen einen Abriss der Gebäude aus und lehnte den Auftrag konsequenterweise ab. Peinlich, peinlich, Herr Dr. Stolze! Lesen Sie selbst.
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Das Haus "Lieber Augustin" befindet sich in der Ludwigstraße, die parallel zur Hafenpromenade verläuft. Sie können in der Google-Map mit den Pfleiltasten navigieren, den Ausschnitt vergrößern und sich das Bild wahlweise als Karte oder Satellitenbild anzeigen lassen.
Oder verschieben Sie den Kartenausschnitt einfach, indem Sie auf die Karte zeigen, dabei die linke Maustaste gedrückt halten und die Maus in die gewünschte Richtung bewegen.

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