Aktueller Stand:
Januar 2012: Wir dokumentieren den Abriss und Neubau der Gebäude mit einer
Fotogalerie.
In Bezug auf den Neubau herrscht zur Zeit Funkstille. Die Ruinen stehen weiter als Mahnmal dort, notdürftig gegen Wind und Wetter gesichtert.
Nach zwei Monaten erhielten wir nun endlich das
Protokoll und den offiziellen Bescheid zu den eingereichten Petitionen (unter "Bürger aktiv / Petitonen" abrufbar)
01.12.2011: Die Lindauer Zeitung veröffentlichte einen angeblichen Entwurf für den Neubau. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine Fassaden-Skizze des Frankfurter Büros CH. Mäckler. Nachdem der Hotelbesitzer auf einem Abriss der Gebäude bestand, beendete Mäckler die Zusammenarbeit. Ob Stolze überhaupt autorisiert ist, die Entwürfe des Architekten zu verwenden, entzieht sich unserer Kenntnis, wir können uns aber kaum vorstellen, dass Prof. Mäckler mit einer potemkinschen Fassade in Verbindung gebracht werden möchte. Stadtrat und Oberbürgermeisterin beglückwünschen sich gegenseitig zu der "hohen architektonischen Qualität" und OB Seidl möchte nun ausgerechnet das Landesdenkmalamt, dessen ablehnendes Votum sie kurz zuvor ignoriert hatte, an der Neubauplanung beteiligen. Immerhin gab ein Stadtrat aus der Fraktion der Freien Wähler auch zu bedenken, dass es zukünftig "nicht leichter" werde, in Lindau Denkmalschutz zu betreiben (
siehe Artikel in der Lokalpresse).
Nov. 2011. Der Wahnsinn hat Methode: Kaum waren die Gebäude in der Ludwigstraße dem Erdboden gleichgemacht, folgte der nächste Streich: der "
Aeschacher Hof", das einzige noch verbliebene Alt-Aeschacher Gebäude am "Aeschacher Markt" wurde in einer Nacht-und Nebelaktion abgerissen, ohne dass die Öffentlichkeit vorab darüber informiert wurde. Erst nachdem die LZ einen
Leserbrief (siehe Link) zu diesem skandalösen Vorgang veröffentlichte, sah sich die Stadtverwaltung genötigt, eine
Stellungnahme (s. Link) abzugeben. Angeblich konnte der Abriss nicht verhindert werden, da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stand. Uns ist nicht bekannt, dass irgendwelche Anstrengungen unternommen wurden, das zu veranlassen. Wie im Fall des Lb. Augustin hat die Stadt den Abriss zugelassen, ohne dass eine Neubauplanung vorliegt. Man gab sich damit zufrieden, dass der Bauherr "irgendetwas in Terrassenform" plant. P.S.: Der Bauherr ist der allseits bekannte Prof. Dr. Mang, der Lindau bereits mit "architektonisch wertvollen" Gebäuden auf der Hinteren Insel beglückt hat. Der Herr Professor gefällt sich darüberhinaus als Immoblilieninvestor. Nachdem er schon zahlreiche Gebäude auf der Insel aufgekauft und mit den Insignien seiner Stiftung geschmückt hat, weitet er nun seine Aktivitäten aufs Festland aus. Dem Vernehmen nach gehört ihm nicht nur der Aeschacher Hof, sondern auch die gegenüberliegenden Gebäude (Sparkasse und "Kampa-Bau"), beide von ausgesuchter Scheußlichkeit. Letzteres wurde anstelle des
alten Aeschacher Rathauses (siehe Abbildung) errichtet, das in den 60er Jahren der Betonmafia zum Opfer fiel. Offenbar ist sich Lindau in dieser Frage treu geblieben. (Siehe auch Beitrag in der
Rubrik "Abgerissene Gebäude".)
24.11.2011: "
Das Mahnmal steht" (Zitat aus einem
Leserbrief). Nachdem die Petition beim Bayer. Landtag gescheitert ist, ist der
Abriss nun in vollem Gange. Die historische Fassade auf der Seeseite ist bereits abgetragen, ebenso die charakteristische Dachkonstruktion der beiden Gebäude an der Ludwigstraße. Der Hotelier scheute offenbar keine Kosten, um unumkehrbare Fakten zu schaffen. Da es keine Neubauplanung und damit auch keine Baugenehmigung gibt, musste er die Ruine vorläufig mit einem Notdach absichern. Die Tatsache, dass die Stadt Lindau den Abriss zugelassen hat, ohne dass klar ist, was dort entstehen soll, wurde vom Petitionsausschuss in scharfer Form kritisiert, ebenso wie das gesamte Verhalten der Stadt Lindau als Unterer Denkmalbehörde. Obwohl sich Stolze und die Lindauer Oberbürgermeisterin unter Einsatz fragwürdiger Methoden und unter Ausnutzung bestehender Gesetzeslücken durchgesetzt haben, war der Erfolg vor dem Petitionsausschuss nur ein Sieg zweiter Klasse.
Lesen Sie dazu den Bericht in der Lindauer Zeitung.